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Gibt es in Costa Rica Internet und Telefon? PDF Drucken

Die alleinige Zuständigkeit für sämtliche Telekommunikationsdienste sowie das radiographische Spektrum Costa Ricas obliegt dem „Instituto Costarricense de Electricidad“ (ICE), einem zu 100 Prozent staatlichen Unternehmen. Dieses Providermonopol hat in Costa Rica ein für ein Schwellenland enorm gut ausgebautes Telefonnetz eingerichtet. (Vgl. Internet und Politik in Lateinamerika Costa Rica 2002, S.22)

Die Wachstumsraten der Festnetztelephonie waren in den 90er Jahren relativ hoch. Die Zahl der Anschlüsse stieg von 478900 im Jahr 1995 auf 802600. Ermöglicht durch Quersubventionen liegt Costa Rica, abgesehen von sehr teuren Auslandsgesprächen, mit US$ 0,03 pro Ortsgespräch mit sehr niedrigen Preisen an der Spitze der lateinamerikanischen Staaten. Darüber hinaus zählt jedes Gespräch im Land als Ortsgespräch. (Vgl. Internet und Politik in Lateinamerika Costa Rica 2002, S.23)

Etwas anders stellt sich die Situation der mobilen Telephonie dar. Costa Rica nimmt hier mit ca. vier Mobiltelefonen je 100 Einwohner im lateinamerikanischen Vergleich allenfalls eine Position im unteren Mittelfeld ein. Außerdem sind die Kosten für einen Mobiltelefonanschluss mit ca. US$ 200 deutlich höher als in anderen Ländern der Region. Dennoch sind die laufenden Kosten für mobiles Telefonieren in Costa Rica die mit Abstand die niedrigsten in ganz Lateinamerika, da die Tarife bei weniger als der Hälfte des lateinamerikanischen Durchschnittspreises liegen. (Vgl. Internet und Politik in Lateinamerika Costa Rica 2002, S.24)

Was das Internet betrifft, so gilt Costa Rica als Pionier in Zentralamerika. Die erste Anbindung des Landes an internationale Netze wurde von der „Universidad de Costa Rica“ (UCR) hergestellt, als 1990 ein Verbindungsknoten des Wissenschaftsnetzes „Bitnet“ eingerichtet wurde, der per Satellit auch mit einem Knotenpunkt in den USA verbunden wurde. (Vgl. Internet und Politik in Lateinamerika Costa Rica 2002, S.25)

Die Vergabe und die Verwaltung von Domainnamen innerhalb des „Top-Level-Domains“ „.cr“ erfolgt durch das „Nationale Network Information Center“ (NIC), das der „Nationalen Akademie der Wissenschaft“ (Academia Nacional de Ciencias) untersteht. Es ist an der UCR („Universidad de Costa Rica“) angesiedelt, da nur dort die notwendigen technischen, aber auch personell-fachlichen Kompetenzen vorhanden sind. (Vgl. Internet und Politik in Lateinamerika Costa Rica 2002, S.27)

Am Anfang war die Internetentwicklung in Costa Rica dynamisch. Dennoch besteht zurzeit eine große Schwerfälligkeit, was die Weiterentwicklung dieser Infrastruktur betrifft. Durch die staatliche Monopolsituation trägt die Hauptverantwortung hierbei die Regierung. Deutlich ablesbar ist die geringe Dynamik an der Zahl der Anschlüsse. (Vgl. Internet und Politik in Lateinamerika Costa Rica 2002, S.27)
So konnte „RACSA“ als Monopol-Provider für kommerzielle Internetdienste in ganz Costa Rica im Jahr 2000 lediglich 33000 Anschlüsse zählen. Im Hinblick auf die Anzahl der PC’s in Haushalten, sowie der Host-Computer pro Einwohner, befindet sich Costa Rica aber immer noch klar im oberen Drittel der Länder Mittelamerikas und weit vor den zentralamerikanischen Nachbarstaaten. (Vgl. Internet und Politik in Lateinamerika Costa Rica 2002, S.29)

Die leistungsfähige Zugangsvariante via Standleitung, die Anfang 2001 rund 500 Kunden aus dem Bereich großer Unternehmen und nationaler wie internationaler Institutionen zählte, wird von „RACSA“ ohne privaten Partner angeboten. (Vgl. Internet und Politik in Lateinamerika Costa Rica 2002, S.30) Im Zuge dieser Entwicklung sind in den vergangenen Jahren einige privaten und illegale „Internet Service Provider“ (ISPs) aufgetaucht, die einen enormen Druck auf den legalen Anbieter ausübten und immer noch ausüben. Die illegalen „ISPs“ haben zumeist zwischen 1000 und 2000 Kunden und kommen in der Regel aus dem Umfeld von legalen Firmen (Softwarebereich) und nutzen deren „RACSA-Standleitung“ für ihre „ISP-Angebote“. Gesetzlich abgesichert sind private Unternehmen, die „RACSA“ als ihren Provider nutzen und ihren Kunden auf dieser Basis Internetdienstleistungen anbieten (z.B. Entwurf, Planung und Hosting von Web-Sites, Intranet für Firmen, E-Commerce Lösungen etc.) (Vgl. Internet und Politik in Lateinamerika Costa Rica 2002, S.31)

Auf Grund des Drucks auf den Provider „ICE“ mit „RACSA“ als „ISP“ bietet dieses Monopol seit Juni 2005 eine „ADSL Flat-Rate“ für Privatpersonen an. Bei der Beantragung der ADSL Flat-Rate von ICE muss man mitunter viel Geduld aufbringen, da sich die Freischaltung über mehrere Wochen (bis zu 6) hinziehen kann. Ebenso bietet die Firma AMNET-Cable neben dem Kabelfernsehen eine Flatrate an. Da es sich hierbei um eine zu 100% private Firma handelt, die lediglich die Infrastruktur von RACSA nutzt und ihren Dienst darauf aufsetzt, ist eine Anbindung sowohl an Kabelfernsehen als auch an das Internet innerhalb weniger Tage geschehen.  Seit 2010 existiert von ICE der UMTS-Dienst (hier G3) für mobiles Internet mit dem Namen Kölbi. Durch diesen Service kann auch in den entlegeren Regionen eine höhere Internet-Bandbreite zu einem monatlichen Fixtarif erzielt werden.

Die Festnetztelefonie ist in Costa Rica nahezu mit 100% abgedeckt. Lediglich bei dem eben genannten ADSL-Internetzugang sollte man sich im Vorfeld erkundigen, ob die jeweilig gewünschte Region mit dem Dienst versorgt wird.

 
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