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Wie stellt sich Tourismus in Costa Rica dar? PDF Drucken

Costa Rica gründete 1955 das “Costaricanische Tourismus Institut“ (ICT – Instituto Costaricense de Tourismo) und ernannte 1960 mit dem Gesetz Nummer 2706 Tourismus zu einer Industrieform. In diesem Zuge wurden potentiellen Investoren vergünstigte Konditionen angeboten, die Ausnahmen von Importzöllen beinhalteten.

Die “Banco Nacional de Costa Rica” entwickelte 1970 eine eigene Tourismuspolitik und richtete innerhalb dieser finanzielle Angebote für die noch aufzubauende Infrastruktur ein. Ebenso wurde nachfolgend die “Nationale Tourismuskammer” gegründet, um privaten Investoren eine Repräsentationsmöglichkeit zu bieten und der Regierung die Tourismusentwicklung zu erleichtern. (Vgl. Conservation Narratives in Costa Rica 2002, S.39/40)

Tourismus ist in Costa Rica mittlerweile der wichtigste Devisenbringer. Der „Hauptverkaufsschlager“ in dieser Branche ist vor allem der „Ökotourismus“. Durch die die Vermarktung von „Ökotourismus“ erreicht Costa Rica hierbei eine klare Abgrenzung zu seinen drei direkten Tourismuskonkurrenten (Mexiko, Guatemala und die Dominikanische Republik). Diese Abgrenzung ist für die Wettbewerbsposition Costa Ricas sehr entscheidend. (Vgl. Auf der Suche nach dem grünen Paradies
1991, S.285) Obwohl der Anteil der europäischen Touristen in den letzten Jahren angestiegen ist, stellen die Besucher aus den USA und Kanada noch immer die größte Gruppe dar. (Vgl. Ökotourismus 2000, S.184)

Gerade durch „Ökotourismus“ ist der Besuch von Naturschutzgebieten eine große Attraktion. (Vgl. Auf
der Suche nach dem grünen Paradies1991, S.285) In Costa Rica zeigt sich „Ökotourismus“ in manchen
Regionen jedoch leider nicht als ein den nachhaltigen Kriterien entsprechender Tourismus. So verkommen Besuche von Naturschutzgebieten als Teil von Tourismusprogrammen in immer stärkerem Maße zu Massennaturkonsum. (Vgl. Auf der Suche nach dem grünen Paradies 1991, S.286)

Wie schnell sich die gelegentlichen Besuche durch Naturinteressierte zu einem Massenandrang entwickeln können, zeigt das Beispiel des privat verwalteten biologischen Reservats „Monteverde“. So hat die dortige Reservatsverwaltung die tägliche Besuchszahl willkürlich auf 100 beschränkt, da die Instandhaltung der Wege und Einrichtungen ansonsten nicht gewährleistet werden kann und negative Auswirkungen auf die Tierwelt zu befürchten wären. (Vgl. Auf der Suche nach dem grünen Paradies 1991, S.286)

Es fällt außerdem auf, dass sich „Ökotourismus“ in Costa Rica mehr und mehr von einem ehemals beschaulichen, enthaltsamen Wandern und Beobachten hin zu einem „Abenteuertourismus“, der nach dem ultimativen Thrill im Dschungel mit dem abschließenden Abend im Whirlpool, entwickelt. (Vgl. Ökotourismus 2000, S.184) Negative Effekte durch das schnelle Wachstum des „Ökotourismus“ sind daher am deutlichsten in Nationalparks zu erkennen. (Vgl. Conservation Narratives in Costa Rica: Conflict and Co-existence 2002, S.41)

In Costa Rica sind die angebotenen Nationalparks einer starken Benutzerbelastung ausgesetzt.
Denn ca. 96% aller Besuche konzentrieren sich auf nur fünf Nationalparks. (Vgl. Auf der Suche nach dem grünen Paradies 1991, S.286) Doch es existiert ein Vielfaches mehr an solchen Parks. Angesichts dieser Situation sollte in Costa Rica somit nicht der Fehler gemacht werden, in Zukunft nur Flora und Fauna anzubieten. (Vgl. Conservation Narratives in Costa Rica 2002, S.50)

Tourismus in Costa Rica folgt den Regeln der dort vorherrschenden freien Marktwirtschaft. Er bringt nur ca. 5% der höheren Gesellschaftsschicht einen finanziellen Nutzen und damit Gewinne. Nur diese besitzt daher die finanziellen Voraussetzungen für Investitionen in die Tourismusaktivitäten Costa Ricas. Trotz dieser Situation tragen einheimische Arbeitnehmer durch eine größere Anzahl an Arbeitsplätzen einen positiven Nutzen aus der Tourismusentwicklung davon. (Vgl. Conservation Narratives in Costa Rica: Conflict and Co-existence 2002, S.43)

Bisher besteht das Interesse an „Ökotourismus“ in Costa Rica eher aus Profitgründen als aus Überzeugung. (Vgl. Conservation Narratives in Costa Rica: Conflict and Co-existence 2002, S.50)
Aus diesem Grund entstehen gegenwärtig an Küsten mit Hilfe ausländischer Investoren neue Hotelkapazitäten für Massen von zahlungskräftigen Urlaubern aus dem Ausland. (Vgl. Auf
der Suche nach dem grünen Paradies 1991, S.286)

Tierralinda versucht daher,  den Nachhaltigkeitsanspruch, den Costa Rica verdient hat,  bei all seinen Handlungen grundsätzlich im Auge zu behalten. 

 
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